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Der Schlaganfall wird immer jünger

„Einen Schlaganfall (Hirninfarkt) erleiden doch eigentlich fast nur alte Menschen.“ Bei solchen oder ähnlichen Gedanken dürfte sich schon fast jeder mal erwischt haben. Doch die Realität sieht anders aus: Die Zahl der Hirninfarkte hat in den letzten 20 Jahren weltweit nicht nur um gewaltige 68 Prozent zugenommen, die Erkrankung betrifft vermehrt auch Menschen von 20 bis 64 Jahre und sogar Jugendliche und Kinder.

Diese Daten gehen aus der aktuellen Global Burden of Disease-Studie hervor. Global Burden of Disease (GBD) ist ein internationale Projekt, welches seit 1990 die Entwicklung der weltweit am häufigsten auftretenden Erkrankungen auswertet. Laut Studie sind mittlerweile etwa 31 Prozent der Schlaganfall-Patienten Erwachsene im jungen und mittleren Alter, 5 Prozent der Hirninfarkte betreffen Kinder und Jugendliche. Die GBD-Analyse besagt außerdem, dass im Jahr 2010 knapp 17 Millionen Menschen an einem Schlaganfall erkrankten und knapp 6 Millionen von ihnen daran starben.

Die häufigsten Ursachen für die gefährliche Erkrankung sind zu hoher Blutdruck und Vorhofflimmern, beides kann durch gesunde Ernährung, viel Bewegung, wenig Alkohol und den Verzicht auf das Rauchen vermieden werden. Daher vermuten Experten die Gründe für die weltweite „Verjüngung“ des Schlaganfall-Risikos im wachsenden Wohlstand vieler Länder. Dieser bringe auch immer gesundheitliche Risikofaktoren durch eine ungesunde Lebensweise mit sich.

Hierzulande ist der Schlaganfall laut DSG (Deutsche Schlaganfall Gesellschaft) und DGN (Deutsche Gesellschaft für Neurologie ) die dritthäufigste Todesursache und der am häufigste auftretende Grund für Behinderungen bei Erwachsenen.